Marketing & Vertrieb

Warum Buchhändler Social Media nutzen sollen

Buchhändler haben in Sachen Social Media noch Nachholbedarf, sagt Johanna Lammert-Bohnenkamp. Die Buchhändlerin will den Kollegen Tipps für einen erfolgreichen Auftritt im Web geben.

Johanna Lammert-Bohnenkamp ist Buchhändlerin in der Buchhandlung Carolin Wolf in Bruchsal. Sie verfügt als Trainerin über Seminarerfahrung und veranstaltet im Oktober Einsteiger-Workshops für Buchhändler im Bereich Social Media. (Foto: privat)

Warum soll eine Buchhandlung auch Social-Media-Kanäle bespielen?

Internet-affine Zielgruppen gehen nicht mehr ohne weiteres in Buchhandlungen. Spricht man sie aber da an, wo sie sich häufig aufhalten – in Social Media – dann erfahren sie, wie kreativ wir sind und wie spannend der Besuch beim Buchhändler sein kann.

Was ist das Kommunikationsziel?

Es ist wichtig, dass man viel Persönlichkeit zeigt. Man kann Leseeindrücke in Instagram-Storys zeigen, Fotos von sich und dem Laden einstellen oder auch durch Gewinnspiele die Leute zum Mitmachen auffordern. Wie man es ausgestaltet, liegt am Buchhändler selbst.

Wie findet man seine Themen?

Die Beratungskompetenz, die man im Laden schon an den Tag legt, kann man auch auf Social-Media-Kanälen zeigen. Was man im Laden ausstellt oder erzählt, kann man auch im Internet. Es ist aber auch nicht verboten, von den tollen Ideen der Kollegen zu profitieren. Wer eine Weile auf den Kanälen unterwegs ist und Seiten von anderen Buchhandlungen anschaut, wird viele schöne Ideen finden und vielleicht auch Inspiration, um etwas Eigenes zu entwickeln.

Warum brauchen Buchhandlungen Nachhilfe?

Manche Buchhandlung fremdelt noch. Viele Buchhändler wissen um die Wichtigkeit des Themas, stellen es aber hinten an oder drücken sich davor, weil sie sich unsicher fühlen. Aber das Engagement auf Social Media hat einen Effekt: Wir hören häufig von unseren Kunden, dass wir in der Buchhandlung so viel machen. Das wissen sie, weil wir es auf den Plattformen teilen. Wir wünschen uns, dass das bei den Buchhändlern ankommt, nach dem Motto: „Tu Gutes und sprich darüber.“

Wie zeitaufwendig ist das?

Es muss nicht viel Zeit kosten. Ein paar strategische Gedanken sollte man sich machen, die Umsetzung kann man gut in den buchhändlerischen Alltag integrieren und nebenbei laufen lassen.

Spiegelt sich der Einsatz in den Umsätzen?

Letztlich kann man es nie berechnen, ob es der Facebook-Post war, der den Kunden zum Kauf bewegt hat oder das tolle Schaufenster – meistens spielen diese Dinge ja eh zusammen. Aber man wird einen Effekt spüren, weil die Kunden darüber reden werden.

Was sind die häufigsten Fehler?

Man sollte sich Gedanken machen, zu welcher Zeit man am besten postet, da hilft auch die Facebook-Statistik sehr. So kann man auch lernen, welche Inhalte als attraktiv wahrgenommen werden. Was unattraktiv ist, wird vom Facebook-Algorithmus auch seltener gezeigt.